STEUERÄNDERUNGEN 2012

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Auf dieser Seite sehen Sie wichtige Steueränderungen und Neuregelungen für das Jahr 2012. Hier erfahren Sie frühzeitig, was geplant ist, können entsprechend reagieren und Steuervorteile sichern oder Steuernachteile vermeiden. Eine nützliche Hilfe auch beim Erstellen der Steuererklärung.

Hier erfahren Sie übersichtlich und kompakt, welche Neuregelungen und Änderungen in den Bereichen Steuern und Sozialversicherung im Jahre 2012 auf Sie zukommen. Neue Fakten werden fortlaufend aufgenommen.
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Die bisherige Lohnsteuerkarte auf Pappe sollte ursprünglich schon 2011, dann 2012 durch die Elektronischen LohnSteuerAbzugsMerkmale (ELStAM) ersetzt werden. Doch nun wird der Start wegen technischer Schwierigkeiten auf den 1.1.2013 verschoben. Hier erfahren Sie, wie Sie als Arbeitnehmer davon betroffen sind und auf was Sie im Jahre 2012 achten müssen.
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Endlich…., ja endlich erkennt auch die Bundesregierung und federführend das Bundesfinanzministerium, dass unser Steuerrecht kompliziert und verworren ist. Nun endlich soll begonnen werden, Steuerzahler und Finanzämter von Erklärungs- und Prüfungspflichten zu entlasten. "Das spart Zeit und Nerven bei Bürgerinnen und Bürger", verspricht das Steuervereinfachungsgesetz 2011. Aha! Dieses Gesetz wird aber das Steuerrecht nicht wirklich vereinfachen und den Steuerdschungel nicht spürbar lichten, sondern ist allenfalls ein Lichtblick im Dschungel. Die meisten Regelungen werden erst 2012 wirksam.
Inhalt:
-   Arbeitnehmer-Pauschbetrag: Geringfügige Erhöhung
-   Entfernungspauschale: Wegfall der tageweise Vergleichsrechnung
-   Kinderbetreuungskosten: Wirkliche Vereinfachung
-   Kinderfreibetrag: Ausweitung der Übertragungsmöglichkeit
-   BEA-Freibetrag: Einschränkung der Übertragungsmöglichkeit
-   Behinderten-Pauschbetrag: Übertragung vom behinderten Kind
-   Kinder in Berufsausbildung: Wegfall der Einkommensprüfung
-   Ausbildungsfreibetrag: Keine Kürzung mehr wegen Kindeseinkommens
-   Unterhaltsleistungen: Kuriosum bei Ermittlung der Einkünfte und Bezüge
-   Abgeltungsteuer: Verzicht auf Angabe von Kapitalerträgen
-   Kontenabruf: Einschränkung der Anwendungsfälle
-   Sonderausgaben: Vereinfachte Verrechnung von Erstattungsüberhängen
-   Spenden: Vereinfachungen in Katastrophenfällen
-   Krankheitskosten: Amtsärztliches Attest doch weiterhin erforderlich
-   Stipendien: Ausweitung der Steuerfreiheit auf indirekte Zahlungen
-   Verbilligte Vermietung: Vereinfachung für vollen Werbungskostenabzug
-   Veranlagung: Keine Pflichtveranlagung bei geringem Arbeitslohn
-   Veranlagung: Reduzierung der Veranlagungsarten für Eheleute
-   Veranlagung: Einzelveranlagung für Ehegatten
-   Steuererklärung: Verlängerung der Abgabefrist für Land- und Forstwirte
-   Auslandsbeteiligung: Verlängerung der Meldefrist
-   Verbindliche Auskunft: Gebührenerleichterung nur in Bagatellfällen
-   Selbstständige: Vereinfachung bei der elektronischen Rechnung
-   Selbstständige: Klarstellung bei Betriebsunterbrechung und -verpachtung
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Ab 2012 greift eine wirkliche Vereinfachungsregelung: Nun werden volljährige Kinder, die eine Berufsausbildung absolvieren oder einen Freiwilligendienst leisten, steuerlich berücksichtigt, ohne dass es auf die Höhe ihres Einkommens ankommt. Damit wird die Einkommensteuererklärung für die Eltern deutlich einfacher, und mehr Eltern bekommen wieder Kindergeld oder die Steuerfreibeträge für ihre Kinder.
Inhalt:
-   Wann werden volljährige Kinder steuerlich berücksichtigt?
-   Kinder in Berufsausbildung: Erstausbildung und Erststudium
-   Kinder in Berufsausbildung: Zweitausbildung
-   Kinder in der Übergangszeit
-   Kinder in der Wartezeit
-   Kinder im Freiwilligendienst
-   Arbeitslose Kinder
-   Behinderte Kinder
-   Gesetzliche Grundlage
Ab 2012 ist die steuerliche Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten deutlich einfacher geregelt: Die Aufwendungen sind jetzt einheitlich nur noch als Sonderausgaben absetzbar, ohne dass es auf persönliche Anspruchsvoraussetzungen ankommt. Weiterhin aber werden die Kosten nur zu zwei Drittel, begrenzt auf 4.000 Euro je Kind, anerkannt.
Bei einem Umzug aus beruflichen Gründen sind die Umzugskosten als Werbungskosten absetzbar oder können vom Arbeitgeber steuerfrei erstattet werden. Für Umzüge ab dem 1.1.2012 werden die Umzugskostenpauschale und der Höchstbetrag für Unterrichtskosten angehoben - und erneut für Umzüge ab dem 1.3.2012.
Ab dem 1.1.2012 sind für etliche Länder geänderte Verpflegungs- und Übernachtungspauschbeträge zu beachten. Insbesondere für die USA gibt es künftig eine weitere Unterteilung nach Städten. Die Übernachtungspauschbeträge können zwar nicht mehr als Werbungskosten abgesetzt werden, doch der Arbeitgeber kann diese Sätze steuerfrei erstatten.
Für Kinder und unterhaltsbedürftige Personen, die dauernd im Ausland leben, werden verschiedene Steuervergünstigungen und die abzugsfähigen Unterhaltshöchstbeträge entsprechend den Verhältnissen des Wohnsitzstaates gekürzt. Je nach Lebensstandard im Wohnsitzstaat erfolgt eine Kürzung um ein, zwei oder drei Viertel. Ab 2012 gibt es eine neue Ländergruppeneinteilung.
Wo der Fiskus die Hand aufhalten kann, da tut er es. Neuerdings hat er es auf Fahrräder und insbesondere auf Elektro-Fahrräder abgesehen. Offenbar ist bekannt geworden, dass Firmen-Fahrräder von den Mitarbeitern auch privat genutzt werden oder dass Arbeitgeber ihren Mitarbeitern Fahrräder als Bestandteil des Gehalts überlassen. Der darin liegende geldwerte Vorteil muss jetzt rückwirkend ab 2012 versteuert werden.
Wer im Jahr 2012 in Ruhestand getreten ist und erstmals Rente, Betriebsrente oder Pension bezieht, kann leider seinen Steuerordner noch nicht beiseite stellen, sondern muss sich nun mit den speziellen Regeln der neuen Rentenbesteuerung beschäftigen. Wir machen es Ihnen einfach, indem wir Ihnen hier die für Sie konkret maßgebenden Regelungen und Steuerbeträge aufzeigen.
In der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung sind Familienangehörige beitragsfrei mitversichert, wenn ihr Gesamteinkommen regelmäßig im Monat ein Siebtel der monatlichen Bezugsgröße nicht überschreitet. Da die Bezugsgröße zum 1.1.2012 angehoben wird, erhöht sich die Einkommensgrenze von bisher 365 Euro auf 375 Euro in West und Ost.
Zum 1.1.2012 verändern sich wieder - wie jedes Jahr - die Beitragsbemessungsgrenzen in der gesetzlichen Renten- und Arbeitslosenversicherung sowie in der Kranken- und Pflegeversicherung. Hier sehen Sie die neuen Werte für 2012.
Arbeitslose Arbeitnehmer können bei ihrem Weg aus der Arbeitslosigkeit in die Selbstständigkeit eine Förderung von der Agentur für Arbeit erhalten: den Gründungszuschuss. Bei Anträgen ab Mitte Dezember 2011 werden die Förderbedingungen verschärft und die Förderung eingeschränkt.
Die Vergütungssätze für neue Fotovoltaikanlagen sinken von Jahr zu Jahr. Die Degression ist abhängig vom Umfang der Neuanlagen im laufenden Jahr. Der diesjährige Wert führt dazu, dass die Vergütung für Anlagen, die ab dem 1.1.2012 in Betrieb gehen, um 15 Prozent niedriger sein wird als die Vergütung des Jahres 2011. Hier sehen Sie die neuen Vergütungssätze..
Die Solarstromförderung wird neu geregelt. Die neuen Regeln sollen einerseits klare Investitionsbedingungen für die Fotovoltaik sichern und andererseits die Kosten für die Stromverbraucher begrenzen. Daher werden zum 1.4.2012 die Vergütungssätze deutlich abgesenkt und fortan jeden Monat für Neuanlagen weiter verringert. Hier sehen Sie die neuen Regeln.
Wer sich an einem geschlossenen Immobilienfonds oder einem anderen Fonds im Ausland beteiligt oder eine solche Beteiligung veräußert, muss dies dem Finanzamt ab sofort nicht mehr innerhalb eines Monats mitteilen, sondern erst fünf Monate nach Ablauf des Kalenderjahres.
Mit der neuen Familienpflegezeit von bis zu zwei Jahren soll eine bessere Vereinbarkeit von Pflege und Beruf erreicht werden. Für die Pflege eines Angehörigen kann die Arbeitszeit reduziert werden, ohne dass in gleichem Umfang Gehaltseinbußen entstehen. Die Gehaltsaufstockung - die eigentliche Förderung - wird vom Arbeitgeber vorfinanziert, vom Staat durch zinsloses Darlehen refinanziert und letztlich vom Arbeitnehmer abgearbeitet. Nachteil des Gesetzes ist, dass auf Familienpflegezeit kein Rechtsanspruch besteht, sondern diese allein vom Wohlwollen des Chefs abhängig ist.
Mit dem "Gesetz zur Novellierung des Finanzanlagenvermittler- und Vermögensanlagenrechts" hat der Bundestag am 27.10.2011 auch eine Begrenzung der Vermittlerprovisionen bei privaten Krankenversicherungen beschlossen. Ab April 2012 gilt eine Begrenzung auf neun Monatsbeiträge. Des Weiteren verlängert das Gesetz die Stornohaftung von einem auf fünf Jahre, und zwar auch bei Lebensversicherungen. (1.11.2011)


AKTUELL



EIN SPRUCH

"Mit dem Euro ist es wie mit Eiern: Es ist ziemlich schwer, aus einem Rührei wieder die einzelnen Eier herauszuholen."
(Joseph Stiglitz,
US-Ökonom und Wirtschaftsnobelpreisträger)

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"Wir schwimmen nicht im Geld, aber wir ertrinken auch nicht in Schulden."
(Wolfgang Schäuble, Bundesfinanzminister, 2011)
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"Wenn man nicht am Tisch sitzt, wird man Teil des Menüs."
(Angela Knight, Chefin der British Bankers Association, nach dem EU-Gipfel vom 9.12.2011)
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Zur Kritik der Finanzbranche an einer möglichen Finanztransaktionsteuer:
"Man fragt eine Gans ja auch nicht, was sie von Weihnachten hält."
(Wolfgang Schäuble, Bundesfinanzminister)
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