STEUERGRUNDLAGEN: Verlustverrechnung


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Ein Verlust entsteht immer dann, wenn die Aufwendungen höher sind als die entsprechenden Einnahmen. Das gilt nicht nur bei einem Einzelgeschäft, z. B. einem Mietobjekt, sondern auch bei einer Einkunftsart oder gar über alle Einkunftsarten hinweg. Hier erfahren Sie, wie Sie Verluste steuergünstig verrechnen können und wie Sie vom Verlustausgleich und Verlustabzug, vom Verlustrücktrag und Verlustvortrag profitieren können.
Inhalt:
-   Verrechnung von Verlusten im selben Jahr
-   Verrechnung von Verlusten im Vorjahr oder im Folgejahr
-   Einschränkung der Verlustverrechnung in bestimmten Fällen
-   Verluste beim monatlichen Lohnsteuerabzug
-   Verlustverrechnung im Todesjahr beim Erblasser und beim Erben
-   Vererbbarkeit von Verlusten bei Eheleuten
-   Kirchensteuer für den Erblasser: Abzug beim Erben als Sonderausgaben
-   Nachträgliche Geltendmachung von Spekulationsverlusten nicht möglich
-   Antrag auf Verlustfeststellung nur noch innerhalb der Feststellungsfrist
-   Erbschaftsteuer: Steuerschulden als Nachlassverbindlichkeiten abziehbar
-   Erbschaftsteuer: Steuerberatungskosten als Nachlassverbindlichkeiten?
Was passiert mit Verlusten des Verstorbenen, die im Todesjahr nicht vollständig mit positiven Einkünften ausgeglichen werden können? Seit 46 Jahren ist es Recht, dass der Erbe den nicht verbrauchten Verlust des Erblassers nutzen darf, und zwar in seiner eigenen Steuererklärung für das Jahr des Erbfalls. Doch jetzt hat der Bundesfinanzhof die Vererblichkeit des vom Erblasser ungenutzten Verlustvortrags abgeschafft und zwar für Erbfälle ab dem 18.8.2008.
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Was dieser Superbundesfinanzminister namens Lafontaine in seiner nur viermonatigen Amtszeit um die Jahreswende 1998/99 angerichtet hat, beschäftigt bis heute die Gerichte: Er hat das sog. "Steuerentlastungsgesetz 1999/2000/2002" zu verantworten, das - anders als der Name vermuten lässt - eine Vielzahl von Steuerverschärfungen enthielt, die die Bürger viel Geld gekostet haben. Zahlreiche Lafontaine'sche Neuregelungen wurden inzwischen als verfassungswidrig beurteilt und wieder abgeschafft. Jetzt hält der BFH die Mindestbesteuerung mit der begrenzten Verlustverrechnung in den Jahren 1999 bis 2003 allein wegen ihrer Kompliziertheit und Unverständlichkeit für verfassungswidrig und sogar für nichtig. Ein bisher einmaliger Vorgang!
Inhalt:
-   Warum die Steuervorschrift verfassungswidrig sein könnte
-   Was die Mindestbesteuerung mit begrenzter Verlustverrechnung besagt
-   Wenn Sie das Corpus delicti begutachten wollen
-   Was Oskar sonst noch "geleistet" hat
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Verluste entstehen, wenn die Erlöse aus Veräußerung oder Einlösung von Wertpapieren oder anderen Kapitalanlagen niedriger sind als die entsprechenden Erwerbskosten. Solche Verluste können mit positiven Kapitalerträgen saldiert werden und so die Abgeltungsteuer vermindern. Ab 2009 gelten für die Verlustverrechnung völlig neue Regeln - doch ganz einfach sind sie wahrlich nicht.
Inhalt:
-   Wie Verluste ermittelt werden
-   Wie Verluste von den Banken verrechnet werden
-   Wie Verluste in der Steuererklärung verrechnet werden
-   Altverluste aus privaten Veräußerungsgeschäften per 31.12.2008
-   Altverluste aus Stillhaltergeschäften per 31.12.2008
-   Verluste aus Veräußerung von Aktien und Anleihen
-   Verluste aufgrund Wechselkursänderungen
-   Verluste aus betrieblichen Kapitalanlagen
-   Verluste aus unternehmerischen Beteiligungen im Privatvermögen
-   Verluste aus Veräußerung einer wesentlichen Beteiligung
-   Verluste aus Lebensversicherungsverträgen
-   Verluste aus Optionsgeschäften
-   Verluste aus Aktien-, Umtausch-, Wandelanleihen
-   Verluste aus Lebensversicherungsverträgen
-   Verluste aus Optionsgeschäften
-   Verluste durch Forderungsausfall
-   Verluste aus Griechenlandanleihen
-   Verluste im Todesfall
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Für sog. Steuerstundungsmodelle, wie Medien-, Windkraft-, Leasing- und Videogamefonds, wurde die Verlustverrechnung mit dem "Gesetz zur Beschränkung der Verlustverrechnung im Zusammenhang mit Steuerstundungsmodellen" vom 22.12.2005 drastisch eingeschränkt. Betroffen sind Anlagen mit einer modellhaften Gestaltung und Verlusten in der Anfangsphase von mehr als 10% des gezeichneten Kapitals. Verluste aus solchen Anlagen dürfen seit dem 11.11.2005 nicht mehr mit anderen Einkünften im selben Jahr, sondern nur noch mit künftigen Gewinnen aus derselben Einkunftsquelle verrechnet werden.
Inhalt:
-   Die Neuregelung im Überblick
-   Was sind Steuerstundungsmodelle?
-   Welche Anlagen von der Neuregelung betroffen sind und welche nicht
-   Verlustabzugsbeschränkung gilt für alle Einkunftsarten
-   Gesetzliche Grundlagen
Bei Beteiligung an einer sog. Verlustzuweisungsgesellschaft im Zeitraum 4.3.1999 bis 10.11.2005 können die Verluste nicht mehr uneingeschränkt mit anderen positiven Einkünften verrechnet werden. Betroffen sind insbesondere geschlossene Immobilienfonds, Medienfonds, Windkraftfonds, Flugzeug-Leasingfonds, Immobilien-Leasingfonds und Schiffsbeteiligungen, bei denen die Erzielung eines Steuervorteils durch Verlustzuweisungen im Vordergrund steht.
Inhalt:
-   Was die Beschränkung nach § 2b EStG bedeutet
-   Welche Beteiligungen nicht von § 2b betroffen sind
-   Wann liegt eine modellhafte Gestaltung vor?
-   Wann steht die Erzielung eines Steuervorteils im Vordergrund?
Eine "sonstige Leistung" ist jedes Tun, Unterlassen und Dulden, das Gegenstand eines entgeltlichen Vertrages sein kann und um des Entgelts willen erbracht wird. Steuerlich werden die Einkünfte hier erfasst, wenn sie zu keiner anderen Einkunftsart gehören.
Inhalt:
-   Was sind "sonstige Leistungen" nach § 22 Nr. 3 EStG?
-   Wie die Einkünfte bei "sonstigen Leistungen" ermittelt werden
-   Wie Verluste aus "sonstigen Leistungen" berücksichtigt werden

EIN SPRUCH

Im Paradies genügte nur eine einzige Vorschrift. Der Satz des Pythagoras umfasst 24 Worte, das Archimedische Prinzip 67, die 10 Gebote 179 und die amerikanische Unabhängigkeitserklärung 300 Worte. In Deutschland ist allein die unverständliche Regelung der Verlustverrechnung im Absatz 3 des Paragraphen 2 EStG in sage und schreibe 374 Worte gepackt.
(Dieses Monstrum wurde von dem "Kurzzeit-Superbundesfinanzminister" Lafontaine 1999 geschaffen und auf Druck des BFH ab 2004 wieder abgeschafft)
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