ERBSCHAFT UND SCHENKUNG

(c) Gina Sanders - Fotolia.com
"Was Du ererbt von Deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen", sagt Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832). So war es vielleicht anno dazumal, doch heute muss eine Erbschaft grundsätzlich mit dem Fiskus geteilt werden. Seit 2009 gelten neue Regeln zur Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer.

Das neue Erbschaft- und Schenkungsteuergesetz bringt ab 1.1.2009 neue Steuerfreibeträge und Steuersätze (Erbschaftsteuerreformgesetz vom 24.12.2008, BGBl. 2008 I S. 3018).
Bild
Die Höhe der Erbschaft- bzw. Schenkungsteuer richtet sich grundlegend danach, in welchem Verwandtschaftsverhältnis der Erbe / Beschenkte zum Erblasser / Schenker steht. Je entfernter der Grad der Verwandtschaft, um so höher die Steuer.
Inhalt:
-   Wer gehört in welche Steuerklasse?
-   Wie hoch sind die Steuerfreibeträge?
-   Wie hoch sind die Steuersätze?
-   Steuerfreiheit für das selbstgenutzte Familienheim
-   Steuervergünstigung für vermietete Wohnimmobilien
-   Steuerverschonung für Betriebsvermögen
-   Steuerermäßigung aufgrund der Härtefallregelung
-   Steuerermäßigung bei mehrfachem Erwerb desselben Vermögens
-   Steuerberechnung bei mehreren Erwerben im 10-Jahreszeitraum
-   Neue Besteuerungsregeln für Lebenspartner ab 2009
-   Neue Besteuerungsregeln für beschränkt Steuerpflichtige
Bild

Im Rahmen der Erbschaftsteuerreform wurde heftig um die steuerliche Behandlung von "Oma ihr klein Häuschen" und der "Villa am Starnberger See" im Erbfall gerungen. Das Ergebnis ist erfreulich für Ehegatten, Lebenspartner und Kinder. Voraussetzung für die Steuerbefreiung ist allerdings, dass der Erbe das Familienheim mindestens 10 Jahre lang selber bewohnt.
Inhalt:
-   Schenkung des Familienheims
-   Vererbung des Familienheims
-   Grundstücksschenkung an Kinder und Schwiegerkinder gestalten!
-   Gesetzliche Grundlagen
(c) Andreas Gerlach - Fotolia.com
Immobilien, die zu Wohnzwecken vermietet sind, sind im Fall der Erbschaft oder Schenkung steuerlich begünstigt: Sie werden nur mit 90 % des Verkehrswertes der Besteuerung zugrunde gelegt. Begünstigt sind Ein- und Zweifamilienhäuser, Mietwohngrundstücke, Wohnungseigentum sowie für Teile von gemischt genutzten Grundstücken.
Inhalt:
-   Abschlag auf den Verkehrswert
-   Stundung der Steuerzahlung
-   Bewertung von Mietwohngrundstücken
-   Gesetzliche Grundlagen
Werden Vermögenswerte, die nicht auf einen Geldbetrag lauten, vererbt oder verschenkt, muss deren Wert in Geld umgerechnet werden. Bisher wurden die einzelnen Vermögensarten unterschiedlich - und insbesondere Grundvermögen geringer - bewertet, nun sind sie einheitlich mit dem Marktwert anzusetzen. Die Bewertungsregeln sind in das Bewertungsgesetz integriert.
Inhalt:
-   Wie Grundvermögen bewertet wird
-   Bewertung unbebauter Grundstücke
-   Bewertung bebauter Grundstücke
-   Bewertung der Sonderfälle
-   Gesetzliche Grundlagen
"Einmal erben und zweimal Steuern zahlen." Es kann vorkommen, dass Vermögen im Erbfall der Erbschaftsteuer unterliegt und darin enthaltene Erträge später nochmals mit Einkommensteuer belastet werden. Diese Doppelbelastung mit Erbschaft- und Einkommensteuer soll mittels einer besonderen Vorschrift im Einkommensteuergesetz gemindert werden und gilt für Erbfälle ab dem 1.1.2009. Bei Schenkungen kommt die Steuerermäßigung nicht zur Anwendung.
Inhalt:
-   Wann kommt eine Doppelbelastung in Betracht?
-   Doppelbelastung bei Erbschaft von Kapitalvermögen
-   Was sind die Voraussetzungen für die Entlastung?
-   Wie wird die Doppelbelastung gemindert?
-   Entlastung bei Erwerb von Renten, Nutzungen und Leistungen
-   Keine Entlastung bei Steuerhinterziehung
-   Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden des Erblassers
-   Kann der Erbe Verluste des Erblassers nutzen?
-   Gesetzliche Grundlage
Aufgrund der Vorgabe des Bundesverfassungsgerichts muss das Erbschaft- und Schenkungsteuergesetz bis spätestens 31.12.2008 verfassungskonform angepasst werden. Andernfalls darf die Steuer ab 2009 nicht mehr erhoben werden (BVerfG-Urteil vom 7.11.2006, 1 BvL 10/02). Und tatsächlich treten die neuen Regeln am 1.1.2009 in Kraft. Die Frage ist, ob sie auch rückwirkend angewandt werden können.
Das Weiterschenken von Geschenken ist eigentlich verpönt. Doch bei größeren Vermögenswerten kann der Umweg über die sog. Kettenschenkung erhebliche Steuervorteile bieten, wenn bestimmte Bedingungen beachtet werden.
Eine Erbschaft oder Schenkung ist nicht nur für den Begünstigten erfreulich, sondern auch für das Finanzamt interessant. Wenn die Gabe nämlich eine gewisse Größenordnung erreicht, prüfen die Beamten, ob sie nicht Erbschaft- oder Schenkungsteuer abgreifen können. Manch einer meint nun, die Zuwendung einstecken zu können, ohne das Finanzamt darüber in Kenntnis zu setzen. Doch dann dürfte er sich wundern, was das Finanzamt alles weiß und erfährt.
Die meisten Ehepaare - und auch Lebenspartner einer eingetragenen Lebensgemeinschaft sowie viele Partner in nichtehelicher Lebensgemeinschaft - unterhalten gemeinsame Konten und Wertpapierdepots. Dies erleichtert die Verwaltung der täglichen Finanzgeschäfte, stärkt das gegenseitige Vertrauen, birgt aber auch große steuerliche Risiken. Hier erfahren Sie, welche Steuerfallen bei Gemeinschaftskonten lauern, was Sie dazu wissen sollten und wie sich davor schützen.
Inhalt:
-   Aufreger: Anweisungen der Finanzverwaltung
-   Was sind Gemeinschaftskonten?
-   Steuerfalle zu Lebzeiten: Schenkungsteuer
-   Steuerfalle im Todesfall: Erbschaftsteuer
-   Alternative: Zugewinnausgleich im Todesfall und zu Lebzeiten
-   Gemeinschaftskonten bei der Einkommensteuer
-   Rechtliche Grundlagen

AKTUELL



ALLGEMEIN

Eine Broschüre des Bundesjustizministeriums.

EIN SPRUCH

Zum neuen Erbschaftsteuergesetz:
"Finden Sie in Steuerklasse III einen, den Sie adoptieren. Das ist ein kostenloser Rat von mir."
(Peer Steinbrück,
Bundesfinanzminister)

______________

"Omas Häuschen bleibt steuerfrei. Aber wer Omas Villa erbt, der wird Steuern zahlen müssen."
(Peer Steinbrück,
Bundesfinanzminister)

______________

"Ein altes schlesisches Sprichwort lautet: Eine halbe Stunde gut erben ist besser als fünf Jahre arbeiten."
(Peer Steinbrück,
Bundesfinanzminister)

______________

"Nicht jeder, der auf eine Erbschaft scharf ist, kommt auf seine Kosten."
(Willy Brandt, 1913-1992)
______________

"Wer in einem Testament nicht bedacht worden ist, findet Trost in dem Gedanken, dass der Verstorbene ihm vermutlich die Erbschaftsteuer ersparen wollte."
(Unbekannt)
© Copyright 2017 Steuerrat24