Auch Arbeitnehmer mit einem Monatslohn zwischen 450 EUR und 850 EUR, die so genannten Midijobber, können von einer Entgeltumwandlung profitieren. Doch auch für Arbeitgeber von Midijobbern bietet eine Entgeltumwandlung Vorteile. Lesen Sie dazu den nachfolgenden Steuertipp der Woche.

Arbeitnehmer haben einen Rechtsanspruch darauf, einen Teil ihres Gehalts im Wege der Entgeltumwandlung zugunsten der betrieblichen Altersvorsorge anzusparen (§ 1a BetrAVG). Falls der Arbeitgeber keine eigene Altersvorsorge anbietet, kann der Arbeitnehmer verlangen, dass der Arbeitgeber für ihn eine Direktversicherung abschließt. Vorteil der Entgeltumwandlung ist, dass der umgewandelte Teil des Bruttogehalts steuer- und sozialversicherungsfrei bleibt.

  • Bis 2017 kann das Gehalt bis zu 4 % der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung steuer- und sozialversicherungsfrei umgewandelt werden. Das sind im Jahre 2017 bis zu 3 048 EUR bzw. 254 EUR im Monat. Darüber hinaus können Beiträge bis zu weiteren 1 800 EUR steuerfrei bleiben, sind aber sozialversicherungspflichtig.
  • Ab 2018 ist eine Entgeltumwandlung bis zu 8 % der BBG steuerfrei möglich. Das sind im Jahre 2018 insgesamt 6 240 EUR bzw. 520 EUR im Monat. Im Gegenzug ist der zusätzliche Festbetrag von 1 800 EUR weggefallen. Die sozialversicherungsfreie Grenze bleibt weiterhin bei 4 % und beträgt 3 120 EUR bzw. 260 EUR im Monat (2018).

Auch Arbeitnehmer mit einem Monatslohn zwischen 450 EUR und 850 EUR (Midijob) können von einer Entgeltumwandlung Gebrauch machen. Dies ist auch dann zulässig, wenn der Monatslohn danach unter die Geringfügigkeitsgrenze von 450 EUR sinkt und damit aus dem sozialversicherungspflichtigen Midijob ein sozialversicherungsfreier Minijob wird (Geringfügigkeits-Richtlinien 2015 vom 12.11.2014, Tz. 2.2.1.7).

  • Vor der Entgeltumwandlung sind für den Arbeitslohn Sozialabgaben zu allen Zweigen der Sozialversicherung zu zahlen, und zwar vom Arbeitgeber und - in reduziertem Maße - vom Arbeitnehmer. Außerdem ist der Verdienst steuerpflichtig.
  • Sinkt der Arbeitslohn infolge der Entgeltumwandlung unter die 450 EUR-Grenze, besteht Versicherungsfreiheit in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. In der Rentenversicherung liegt nach neuem Recht zwar grundsätzlich Versicherungspflicht vor, doch davon kann man sich auf Antrag befreien lassen. Der Verdienst bleibt für den Arbeitnehmer vollkommen steuerfrei. Der Arbeitgeber hat Pauschalbeiträge zur Kranken- und Rentenversicherung sowie für Steuern in Höhe von 30 % zu zahlen.

Beispiel:

Frau Steuerle verdient 560 EUR im Monat. Sie vereinbart mit dem Arbeitgeber, dass dieser aus dem Arbeitslohn monatlich 120 EUR in eine Direktversicherung einzahlt oder eine Versorgungszusage abgibt.
Nach der Entgeltumwandlung beträgt der Monatsverdienst nur noch 440 EUR, liegt damit unter der Geringfügigkeitsgrenze von 450 EUR und ist für die Mitarbeiterin steuerfrei und sozialversicherungsfrei in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung, falls gewünscht auch in der Rentenversicherung. Der Arbeitgeber muss die Pauschalabgabe von 30 % (= 132 EUR monatlich) abführen, während der Arbeitgeberanteil vorher rund 108 EUR betrug. Die Mitarbeiterin spart ihren Arbeitnehmeranteil von zuvor rund 82 EUR komplett.

STEUERRAT: Bei einer Entgeltumwandlung mit Absenken des Monatsverdienstes unter die 450 EUR-Grenze spart der Arbeitgeber seinen regulären Beitragsanteil zur Sozialversicherung und braucht nur die Pauschalabgabe von 30 % abzuführen. Der Mitarbeiter spart seinen aufgrund der Gleitzone verminderten Beitragsanteil sogar vollständig. Weiterer Vorteil ist, dass dieser Verdienst jetzt steuerfrei ist und nicht mehr in der Steuererklärung angegeben werden muss!

Weitere Informationen: Betriebliche Altersvorsorge: Die Vorteile der Gehaltsumwandlung

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