Beliebt sind Aushilfstätigkeiten, wie Ferienjob, Saisonarbeit, Erntehilfe, Urlaubs- oder Krankheitsvertretung. Der große Vorteil liegt darin, dass in dieser kurzen Zeit beliebig viel Geld verdient werden darf, ohne Sozialabgaben bezahlen zu müssen. Zudem kann der Verdienst pauschal versteuert werden. Auch muss der Arbeitgeber hier - anders als bei einem Minijob - keine Pauschalbeiträge an die Minijobzentrale entrichten. Eine solche kurzfristige Beschäftigung liegt vor, wenn die Tätigkeit von vornherein begrenzt ist, und zwar auf längstens 3 Monate oder 70 Arbeitstage innerhalb eines Kalenderjahres (dies gilt noch bis 31.12.2018) und nicht berufsmäßig ausgeübt wird, falls das Entgelt 450 Euro im Monat übersteigt (§ 8 Abs. 1 Nr. 2 SGB IV).

Die Frage der Berufsmäßigkeit spielt keine Rolle, wenn der Monatsverdienst weniger als 450 EUR beträgt. Eine kurzfristige Beschäftigung von mehr als 450 EUR wird berufsmäßig ausgeübt, wenn die Beschäftigung für die Aushilfskraft nicht von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung ist. In diesem Fall besteht Versicherungspflicht in der Sozialversicherung und die Beiträge sind vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer jeweils zur Hälfte zu tragen.

Die Frage ist: Gilt die Grenze von 450 EUR auch dann, wenn die Tätigkeit auf einen kürzeren Zeitraum als einen Monat befristet ist? Nach Auffassung der Sozialversicherungsträger ist bei Befristung der Beschäftigung auf weniger als einen Zeitmonat die Verdienstgrenze von 450 EUR anteilig anzusetzen. Diese anteilige Grenze wird wie folgt ermittelt: 450 EUR : 30 x Beschäftigungstage = anteiliger Monatswert (Geringfügigkeits-Richtlinien vom 12.11.2014, Tz. 2.3.3).

AKTUELL hat das Bundessozialgericht die Auffassung der Sozialversicherungsträger verworfen und entschieden, dass bei befristeten Beschäftigungen von weniger als einem Monat trotzdem die Monats-Verdienstgrenze von 450 EUR gilt und diese nicht bloß anteilig anzusetzen ist. Die monatliche Verdienstgrenze von 450 EUR gilt unabhängig von der Dauer des Arbeitseinsatzes, sodass eine Umrechnung auf Tage nicht vorzunehmen ist (BSG-Urteil vom 5.12.2017, B 12 R 10/15 R).

Falls der Arbeitslohn für die Beschäftigung von wenigen Tagen in einem Monat unter 450 EUR bleibt, ist stets eine Berufsmäßigkeit zu verneinen. Das bedeutet, dass der Verdienst immer sozialversicherungsfrei bleibt. Bei der Prüfung der Verdienstgrenze ist das im jeweiligen Monat insgesamt erzielte Entgelt dem jeweiligen monatlichen Grenzbetrag von 450 EUR gegenüberzustellen, ohne dass eine Umrechnung auf die einzelnen Tage der Arbeitsleistung vorzunehmen ist. Dies ergibt sich - so das Bundessozialgericht - aus Sinn und Zweck der Regelung zur Versicherungsfreiheit, dem Wortlaut des § 8 Abs. 1 Nr. 2 SGB IV und der Systematik der Verteilung der Beitragslast.

Beispiel:

Zwischen Abitur und dualem Studium übt Sohn Waldemar einen Aushilfsjob für lediglich 10 Tage innerhalb eines Monats aus und verdient dabei 300 EUR. Nach alter Regelung bis 2017 war damit die anteilige Verdienstgrenze von 150 EUR (450 EUR : 30 x 10 Tage) überschritten, sodass Berufsmäßigkeit vorlag und folglich Sozialabgaben zu zahlen waren. Nach neuer Regelung ab 2018 bleibt der Arbeitslohn unter der Monats-Verdienstgrenze von 450 EUR mit der Folge, dass keine Sozialabgaben zu zahlen sind.

STEUERRAT:   Der große Vorteil dieses neuen Urteils ist, dass der Arbeitgeber einer Aushilfe auch für wenige Tage bis zu 450 EUR sozialversicherungsfrei zahlen und einen Kurzfrist-Job an die Minijobzentrale melden kann. Er muss also deswegen nicht einen Minijob melden und dafür Pauschalabgaben von 30 % an die Minjobzentrale abführen.

Weitere Informationen: Aushilfsjob: Kurzfristige Beschäftigung

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