Unterhaltsleistungen sind als außergewöhnliche Belastungen besonderer Art nach § 33a Abs. 1 EStG absetzbar, begrenzt auf einen bestimmten Unterhaltshöchstbetrag, der sich am steuerlichen Grundfreibetrag orientiert (2018: 9.000 EUR). Eine zumutbare Belastung wird dabei nicht angerechnet. Wichtig ist aber, dass die Zahlungen "zum richtigen Zeitpunkt" geleistet werden, denn sonst kann ein erheblicher Teil des Betrages steuerlich "verlorengehen."
  •  Grundsätzlich beginnt der Unterstützungszeitraum frühestens mit der ersten Unterhaltszahlung. Für jeden vollen Monat vor der ersten Zahlung werden der Unterhaltshöchstbetrag und der Anrechnungsfreibetrag um ein Zwölftel gekürzt. Jedenfalls können Unterhaltsleistungen nicht auf Monate vor ihrer Zahlung zurückbezogen werden.
  • Soweit Zahlungen nicht ausschließlich dazu bestimmt sind, den Unterhaltsbedarf des laufenden Jahres, sondern auch des folgenden Jahres abzudecken, können die gesamten Unterhaltsaufwendungen nur im Jahr der Zahlung, nicht jedoch im Folgejahr berücksichtigt werden. Dabei wird zugunsten des Steuerzahlers unterstellt, dass die Zahlung der Bedarfsdeckung bis zum Ende des Kalenderjahres der Zahlung dient (BMF-Schreiben vom 7.6.2010, BStBl. 2010 I S. 588, Tz. 8.2).

Das FG Nürnberg hatte im Jahre 2016 gegen den Fiskus und gegen die geltende BFH-Rechtsprechung entschieden, dass das Ende des Kalenderjahres keine starre Grenze für die berücksichtigungsfähigen Unterhaltszeiträume darstellt. So sollten auch Unterhaltszahlungen, die teilweise für das nächste Jahr bestimmt sind, bereits im Jahr der Zahlung steuerlich absetzbar sein. Daher sei bei einer Zahlung im Dezember der Unterhaltshöchstbetrag nicht auf 1/12 zu kürzen (FG Nürnberg vom 13.7.2016, 5 K 19/16).

AKTUELL hat der Bundesfinanzhof das steuerzahlerfreundliche Urteil des FG Nürnberg verworfen und seine bisherige strenge Rechtsprechung bestätigt: Es bleibt dabei, dass Unterhaltsleistungen immer nur bis zum Jahresende steuerlich berücksichtigt werden und bei unterjähriger Zahlung zu zwölfteln sind (BFH-Urteil vom 25.4.2018, VI R 35/16).

Der Fall: Der Schwiegersohn leistet im Dezember 2010 eine Unterhaltszahlung in Höhe von 3.000 EUR an seinen in Brasilien lebenden Schwiegervater, die für ein ganzes Jahr bestimmt ist. Denn eine monatliche Zahlung sei wegen der hohen Gebühren für Auslandsüberweisungen nicht sinnvoll. Das Finanzamt erkennt diese Zahlung jedoch nur mit einem Zwölftel für Dezember - also 250 EUR - an, da Unterhaltsleistungen nur absetzbar seien, soweit sie dem laufenden Lebensbedarf der unterhaltenen Person im Kalenderjahr der Leistung dienten. Das FG Nürnberg hat die gesamte Zahlung im Jahre 2010 anerkannt. Dem hat der BFH jetzt widersprochen und von den 3.000 EUR nur 250 EUR für den Monat Dezember anerkannt.

STEUERRAT: Eine einmalige Unterhaltsleistung soll stets dem Unterhaltsbedarf bis zum Jahresende dienen, sodass der Unterhaltshöchstbetrag für die vorangegangenen Monate um jeweils ein Zwölftel gekürzt wird. Bedenken Sie daher Folgendes: Eine Unterhaltszahlung im Januar ist in vollem Umfang - begrenzt auf den Unterhaltshöchstbetrag - absetzbar, eine Zahlung im Dezember wird jedoch nur zu 1/12 berücksichtigt.

Weitere Informationen: Unterhalt an bedürftige Personen: Was alles ist absetzbar?

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