Die Wirtschaft boomt - noch. Und so sind auch in diesem Jahr die Löhne und Gehälter gestiegen. Viele Arbeitnehmer vergessen, dass eine Lohnerhöhung Auswirkungen auf die staatliche Riester-Zulage haben kann. Sie sollten daher überprüfen, ob Sie ggf. Ihre Beiträge für den Riester-Vertrag erhöhen müssen. Wie viel Sie auf Ihren Riester-Vertrag einzahlen, bleibt Ihnen überlassen. Um aber die Altersvorsorgezulage in voller Höhe zu erhalten, müssen Sie einen bestimmten Mindesteigenbeitrag leisten. Dies sind bei Angestellten 4 % des rentenversicherungspflichtigen Einkommens im Vorjahr, vermindert um den individuell zustehenden Anspruch auf volle Altersvorsorgezulage. Bei Beamten sind die Besoldung und Amtsbezüge maßgebend. Dazu gehören das Grundgehalt, der Familienzuschlag, Zulagen und Vergütungen, nicht jedoch Auslandsdienstbezüge.

Begrenzt wird der Mindesteigenbeitrag

  • nach oben durch den absoluten Betrag, der als Sonderausgaben absetzbar ist (= 2.100 EUR), vermindert um den individuell zustehenden Anspruch auf volle Altersvorsorgezulage,
  • nach unten durch einen Sockelbetrag (= 60 EUR), der in jedem Fall selbst aufgebracht werden muss.

Falls Sie den Mindesteigenbeitrag nicht aufbringen, wird der Zulagehöchstbetrag gekürzt, und zwar im Verhältnis der tatsächlich geleisteten Beiträge zum Mindesteigenbeitrag. Wer also beispielsweise nur 80 % des Mindesteigenbeitrags einzahlt, erhält auch nur 80 % der Altersvorsorgezulage.

Beispiel:

Herr Steuerle ist verheiratet und hat ein Kind. Sein Jahresarbeitslohn im Jahre 2018 betrug 60.000 EUR. Wie viel muss er im Jahre 2019 in den Riester-Vertrag einzahlen, um die volle Zulage zu erhalten?

Rentenversicherungspflichtiges Einkommen im Jahre 2018 (max. 78.000 EUR)

60.000 EUR

Mindesteigenbeitrag:

4 % von 60 000 EUR = 2 400 EUR, höchstens 2.100 EUR

Höchstzulage für Ehegatten: 2 x 175 EUR (nur Ehemann unmittelbar begünstigt)

Höchstzulage für ein Kind: 1 x 300 EUR (nach dem 1.1.2008 geboren)

 

2.100 EUR

./. 350 EUR

./. 300 EUR

Mindesteigenbeitrag

Sockelbetrag

= 1.450 EUR

60 EUR

Hat Herr Steuerle im Jahre 2019 bisher nur 1.200 EUR eingezahlt, sollte er spätestens im Dezember 2019 noch 250 EUR einzahlen, um die höchstmögliche Riester-Förderung zu erhalten. Ansonsten wird die Zulage gekürzt: 1.200 EUR : 1.450 EUR x 650 EUR = 538 EUR statt 650 EUR!

STEUERRAT: In der Lohnsteuerbescheinigung sehen Sie das Einkommen des vergangenen Jahres, das für die Berechnung der Zulage maßgeblich ist. Die Riester-Beiträge sollten Sie auch anpassen, wenn ein (weiteres) Kind geboren wird oder für ein Kind das Kindergeld wegfällt.

Damit Sie leicht und einfach selbst die Ihnen zustehende Altersvorsorgezulage und den dazu erforderlichen Mindesteigenbeitrag ermitteln können, haben wir für Sie zwei Vordrucke entwickelt, die Sie hier aufrufen können:

STEUERRAT: Ist der Ehegatte nur "mittelbar" zulageberechtigt, weil er oder sie Hausfrau/Hausmann, Minijobber(in) oder Selbstständige(r) ist, kann sich ein Riester-Vertrag wegen der Zulagen sehr wohl lohnen. Aber Sie sollten unbedingt beachten, dass Sie jedes Jahr einen Mindestbetrag von 60 EUR in den Riester-Vertrag einzahlen (vgl. SteuerSparbrief Dezember 2018). AKTUELL stehen viele Riester-Sparer vor dem Problem, dass die Begünstigungen zum Teil für mehrere Jahre zurückgefordert werden, weil die nur "mittelbar" begünstigten Ehegatten den erforderlichen Mindestbetrag von 60 EUR nicht eingezahlt hatten.

Weitere Informationen: Vorsorge: Beiträge zu Riester-Verträgen

Beachten Sie auch unsere weiteren Steuertipps in der Rubrik 

Logo
In Steuerfragen gut beraten!
Jetzt Mitglied werden und Steuern sparen!