Kirchensteuer

In dieser Rubrik wird erläutert, wie die Kirchensteuer berechnet und festgesetzt wird. Wie werden Kinder berücksichtigt?  Wie wird die Kirchensteuer bei Ehegatten berechnet? Gibt es einen Kirchensteuererlass bei außerordentlichen Einkünften? Diese und viele andere Fragen werden beantwortet.

Formular: Erklärung zum Sperrvermerk bzgl. Kirchensteuerabzug (PDF)

Zwingende Voraussetzung für die Kirchensteuerpflicht ist die Mitgliedschaft in einer steuererhebenden Religionsgemeinschaft. Maßgebend ist die formelle Mitgliedschaft, nicht etwa die Intensität des Glaubens und die Beteiligung am religiösen Leben.

Endgültig berechnet und festgesetzt wird die Kirchensteuer im Einkommensteuerbescheid. Wie die Kirchensteuer ermittelt wird und was Sie sonst noch dazu wissen sollten, erfahren Sie nun hier.

Zusammen mit der Lohnsteuer muss der Arbeitgeber vom monatlichen Gehalt auch die Kirchensteuer einbehalten und an das Finanzamt abführen, wenn der Arbeitnehmer Mitglied einer steuererhebenden Religionsgemeinschaft ist. Dies erfolgt im Rahmen der monatlichen Gehaltsabrechnung.

Kirchensteuer sind Geldleistungen, die Religionsgemeinschaften von ihren Mitgliedern aufgrund gesetzlicher Bestimmungen erheben. Voraussetzung ist, dass die Religionsgemeinschaft als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt ist. Die gezahlte Kirchensteuer abzüglich erhaltener Erstattungen im selben Jahr können Sie als Sonderausgaben absetzen.

Auf die Kapitalertragsteuer für Kapitalerträge müssen Kirchenangehörige neben dem Solidaritätszuschlag auch noch Kirchensteuer zahlen. Dabei haben sie die Wahl, ob die Kirchensteuer wie die Abgeltungsteuer ebenfalls an der Quelle einbehalten oder im Rahmen der Steuerveranlagung festgesetzt werden soll. Doch ab 2014 stellen die Banken beim Bundeszentralamt die berühmte Gretchenfrage aus Goethe's Faust: "Wie hast Du's mit der Religion?"

Um eine konfessionsverschiedene Ehe handelt es sich, wenn beide Ehegatten verschiedenen steuererhebenden Religionsgemeinschaften angehören. Was sollten Sie als Betroffene hierzu wissen?

Abfindungen und Veräußerungsgewinne werden nach der Fünftelregelung gemäß § 34 EStG ermäßigt besteuert. Da die Steuerermäßigung allerdings sehr bescheiden ist und bei höheren Einnahmen gegen Null geht, fällt für diese Einkünfte ein erklecklicher Betrag an Kirchensteuer an. In diesem Fall aber gibt's eine ganz besondere Vergünstigung, die von den Kirchen nicht "an die große Glocke" gehängt wird.

Mit dem Austritt aus einer steuererhebenden Religionsgemeinschaft endet die Mitgliedschaft und damit auch die wesentliche Voraussetzung für die Kirchensteuerpflicht. Eine wichtige Frage ist, wie die Kirchensteuer für das Austrittsjahr berechnet wird.

Um eine glaubensverschiedene Ehe handelt es sich, wenn nur ein Ehegatte einer steuererhebenden Religionsgemeinschaft angehört und der andere Ehegatte entweder konfessionslos oder Mitglied einer nicht-steuererhebenden Religionsgemeinschaft ist.

In bestimmten Fällen kann der Arbeitgeber die Lohnsteuer mit einem Pauschsteuersatz erheben (§§ 40, 40a, 40b EStG). Gleiches gilt für die Einkommensteuer bei Sachzuwendungen und Sachprämien (§§ 37a, 37b EStG). Dann gilt für die Kirchensteuer ein vereinfachtes oder das Nachweisverfahren.

Je höher die Einkommensteuer ist, um so höher ist auch die Kirchensteuer. Um den Progressionseffekt zu beschränken, sehen die meisten Kirchensteuergesetze bei hohem Einkommen eine Kappung der Kirchensteuer vor. Die Kappung bedeutet eine Begrenzung der Kirchensteuer auf einen bestimmten Prozentsatz des zu versteuernden Einkommens.

Logo
In Steuerfragen gut beraten!
Jetzt Mitglied werden und Steuern sparen!