Verlustverrechnung

Verluste aus wirtschaftlichen Aktivitäten sind ärgerlich. Der Fiskus möchte an diesen Verlusten üblicherweise nicht beteiligt werden. Doch es gibt viele Möglichkeiten, um Verluste dennoch steuerlich geltend zu machen. Einzelheiten erfahren Sie in dieser Rubrik.

Ein Verlust entsteht immer dann, wenn die Aufwendungen höher sind als die entsprechenden Einnahmen. Das gilt nicht nur bei einem Einzelgeschäft, z. B. einem Mietobjekt, sondern auch bei einer Einkunftsart oder gar über alle Einkunftsarten hinweg. Verluste werden

Verluste entstehen, wenn die Erlöse aus Veräußerung oder Einlösung von Wertpapieren oder anderen Kapitalanlagen niedriger sind als die entsprechenden Erwerbskosten. Solche Verluste können mit positiven Kapitalerträgen saldiert werden und so die Abgeltungsteuer vermindern. Ab 2009 gelten für die Verlustverrechnung völlig neue Regeln - doch ganz einfach sind sie wahrlich nicht.

Für sog. Steuerstundungsmodelle, wie Medien-, Windkraft-, Leasing- und Videogamefonds, wurde die Verlustverrechnung mit dem "Gesetz zur Beschränkung der Verlustverrechnung im Zusammenhang mit Steuerstundungsmodellen" vom 22.12.2005 drastisch eingeschränkt. Betroffen sind Anlagen mit einer modellhaften Gestaltung und Verlusten in der Anfangsphase von mehr als 10 % des gezeichneten Kapitals. Verluste aus solchen Anlagen dürfen seit dem 11.11.2005 nicht mehr mit anderen Einkünften im selben Jahr, sondern nur noch mit künftigen Gewinnen aus derselben Einkunftsquelle verrechnet werden.

Man mag nicht gerne daran denken, aber wahr ist: Auch Verstorbene müssen letztmals für das Todesjahr noch eine Einkommensteuererklärung abgeben. Diese letzte Steuererklärung hat der Erbe für den Verstorbenen zu machen. Was aber passiert mit Verlusten des Verstorbenen, die im Todesjahr nicht vollständig mit positiven Einkünften ausgeglichen werden können?

Bei Beteiligung an einer sog. Verlustzuweisungsgesellschaft können die Verluste nicht mehr uneingeschränkt mit anderen positiven Einkünften verrechnet werden. Betroffen sind insbesondere geschlossene Immobilienfonds, Medienfonds, Windkraftfonds, Flugzeug-Leasingfonds, Immobilien-Leasingfonds und Schiffsbeteiligungen, bei denen die Erzielung eines Steuervorteils durch Verlustzuweisungen im Vordergrund steht (§ 2b EStG).

Logo
In Steuerfragen gut beraten!
Jetzt Mitglied werden und Steuern sparen!