Erbschaft und Schenkung

"Was Du ererbt von Deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen", sagt Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832). So war es vielleicht anno dazumal, doch heute muss eine Erbschaft grundsätzlich mit dem Fiskus geteilt werden. Seit 2016 gelten neue Regeln zur Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer. Sie erfahren nachfolgend, wie Sie Schenkungen an Angehörige steueroptimal vorbereiten und worauf Sie bei der Testamentsgestaltung in steuerlicher Hinsicht achten sollten. Arbeitshilfe: Immobilienwertermittlungsverordnung 2010 - ImmoWertV (PDF)

"Was Du ererbt von Deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen", sagt Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832). So war es vielleicht anno dazumal, doch heute muss eine Erbschaft oftmals mit dem Finanzamt geteilt werden. Die Höhe der Erbschaft- bzw. Schenkungsteuer richtet sich grundlegend danach, in welchem Verwandtschaftsverhältnis der Erbe / Beschenkte zum Erblasser / Schenker steht. Je entfernter der Grad der Verwandtschaft, um so höher die Steuer.

Aufgrund der Vorgabe des Bundesverfassungsgerichts muss das Erbschaft- und Schenkungsteuergesetz bis spätestens 31.12.2008 verfassungskonform angepasst werden. Andernfalls darf die Steuer ab 2009 nicht mehr erhoben werden (BVerfG-Urteil vom 7.11.2006, 1 BvL 10/02). Und tatsächlich treten die neuen Regeln am 1.1.2009 in Kraft. Die Frage ist, ob die Neuregelungen auch rückwirkend angewandt werden können.

Im Rahmen der Erbschaftsteuerreform wurde heftig um die steuerliche Behandlung von "Oma ihr klein Häuschen" und der "Villa am Starnberger See" im Erbfall gerungen. Das Ergebnis ist erfreulich für Ehegatten, Lebenspartner und Kinder. Voraussetzung für die Steuerbefreiung ist allerdings, dass der Erbe das Familienheim mindestens 10 Jahre lang selber bewohnt.

"Einmal erben und zweimal Steuern zahlen." Es kann vorkommen, dass Vermögen im Erbfall der Erbschaftsteuer unterliegt und darin enthaltene Erträge später nochmals mit Einkommensteuer belastet werden. Diese Doppelbelastung mit Erbschaft- und Einkommensteuer soll mittels einer besonderen Vorschrift im Einkommensteuergesetz gemindert werden und gilt für Erbfälle ab dem 1.1.2009. Bei Schenkungen kommt die Steuerermäßigung nicht zur Anwendung (§ 35b EStG 2009).

Immobilien, die zu Wohnzwecken vermietet sind, sind im Fall der Erbschaft oder Schenkung steuerlich begünstigt: Sie werden nur mit 90 % des Verkehrswertes der Besteuerung zugrunde gelegt. Begünstigt sind Ein- und Zweifamilienhäuser, Mietwohngrundstücke, Wohnungseigentum sowie für Teile von gemischt genutzten Grundstücken.

Das Weiterschenken von Geschenken ist eigentlich verpönt. Doch bei größeren Vermögenswerten kann der Umweg über die sog. Kettenschenkung attraktive Steuervorteile bieten, wenn bestimmte Bedingungen beachtet werden.

Eine Erbschaft oder Schenkung ist nicht nur für den Begünstigten erfreulich, sondern auch für das Finanzamt interessant. Wenn die Gabe nämlich eine gewisse Größenordnung erreicht, prüfen die Beamten, ob sie nicht Erbschaft- oder Schenkungsteuer abgreifen können. Manch einer meint nun, die Zuwendung einstecken zu können, ohne das Finanzamt darüber in Kenntnis zu setzen. Doch dann dürfte er sich wundern, was das Finanzamt alles weiß und erfährt.

Werden Vermögenswerte, die nicht auf einen Geldbetrag lauten, vererbt oder verschenkt, muss deren Wert in Geld umgerechnet werden. Bisher wurden die einzelnen Vermögensarten unterschiedlich - und insbesondere Grundvermögen geringer - bewertet, nun sind sie einheitlich mit dem Marktwert anzusetzen. Das Erbschaft- und Schenkungsteuergesetz bestimmt, dass sich die Bewertung nach den Vorschriften des Bewertungsgesetzes richtet (§ 176 ff. BewG).

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