Mini- und Midi-Jobs

Die Regelungen zur geringfügigen Beschäftigung (Minijobs) und zu den so genannten Midi-Jobs sind alles andere als einfach. Lohnsteuer- und Sozialversicherungsprüfer nehmen sie bei jeder Prüfung genau unter die Lupe. Mit den nachfolgenden Ausführungen sind die Regeln aber leicht zu verstehen. Damit können Sie unkompliziert etwas hinzuverdienen, ohne dafür Steuern und Sozialabgaben bezahlen zu müssen. Wenn Sie hier auf Weiterlesen klicken, erhalten Sie zudem Zugang zu folgenden wertvollen Arbeithilfen:

Muster-Arbeitsvertrag für Minijobs im Privathaushalt (PDF)
Muster-Arbeitsvertrag für eine geringfügige Beschäftigung

Minijob: Merkblatt zum Arbeitsrecht. Infos für Arbeitgeber und Arbeitnehmer

Online-Anmeldung Haushaltsscheckverfahren

Steuervergünstigung bei Beschäftigung einer Haushaltshilfe

Antrag auf Erstattung von Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall - U1 (PDF)

Antrag auf Erstattung von Entgeltfortzahlung bei Mutterschaft - U2 (PDF)

Geringfügige oder kurzfristige Beschäftigung: Personalfragebogen (PDF)

Vordruck Haushaltsscheck für Privathaushalte (PDF)

Vorduck Änderungsscheck

Vordruck Halbjahresscheck

Antrag auf Befreiung von der Rentenversicherungspflicht
Erklärung zum Verzicht auf die Rentenversicherungsfreiheit
Die Regelungen zur geringfügigen Beschäftigung (Minijobs) sind in ihrer Gesamtheit alles andere als einfach. Aber für Arbeitnehmer sind Minijobs leicht zu verstehen: Damit können sie unkompliziert etwas hinzuverdienen, ohne dafür Steuern und Sozialabgaben bezahlen zu müssen. Die folgenden Erläuterungen sollen Ihnen helfen, die Spielregeln für Minijobs besser zu verstehen und zu Ihrem Vorteil zu nutzen.

Bei der geringfügigen Beschäftigung geht es zwar nur um "kleines" Geld, doch die Regelungen dazu sind eine wahre Wissenschaft geworden. Hier erfahren Sie weitere Einzelheiten und Besonderheiten.

Als Arbeitgeber haben Sie eine Fülle von Arbeitgeberpflichten und eine ganze Reihe von bürokratischen Vorschriften zu beachten. Das gilt auch für geringfügige und kurzfristige Beschäftigungsverhältnisse und sogar für die Beschäftigung einer Haushaltshilfe.

Bei geringfügiger Beschäftigung mit einem Monatsverdienst unter 450 EUR muss der Arbeitgeber Pauschalbeiträge an die Minijobzentrale abführen, u. a. zur gesetzlichen Rentenversicherung in Höhe von 15 % im gewerblichen Bereich und 5 % im Haushaltsbereich. Die Differenz zum normalen Beitragssatz müssen Sie aus eigenen Mitteln tragen. Hier erfahren Sie, ob und wie die Beiträge als Vorsorgeaufwendungen im Rahmen der Sonderausgaben berücksichtigt werden.

Beliebt sind Aushilfstätigkeiten, wie Saisonarbeit, Erntehilfe, Urlaubs- oder Krankheitsvertretung, Ferienjob. Der große Vorteil liegt darin, dass in dieser kurzen Zeit beliebig viel Geld verdient werden darf, ohne Sozialabgaben bezahlen zu müssen. Zudem kann der Verdienst pauschal versteuert werden.

Die Arbeit aller Menschen ist wertzuschätzen. Wer Vollzeit arbeitet, sollte eigentlich von seiner Arbeit leben können. Insbesondere im Bereich einfacher Tätigkeiten werden jedoch oftmals unangemessen niedrige Löhne gezahlt. Deshalb wurde zum 1.1.2015 branchenunabhängig ein Mindestlohn von 8,50 EUR brutto pro Zeitstunde eingeführt. Grundlage ist das Tarifautonomiestärkungsgesetz vom 11.8.2014, besser bekannt als Mindestlohngesetz.

Jedes Jahr sind viele Arbeitnehmer aus den neuen EU-Mitgliedstaaten für eine kurze Zeit in Deutschland tätig, um beispielsweise hier Spargel, Erdbeeren oder Weintrauben zu ernten. Seit dem 1.5.2010 gelten bezüglich der Sozialversicherung geänderte Vorschriften.

Zum 1.1.2013 wurde bei Minijobs die bisherige "Rentenversicherungsfreiheit mit Aufstockungsoption" umgewandelt in eine "Rentenversicherungspflicht mit Befreiungsmöglichkeit". Das bedeutet: Grundsätzlich ist nun jeder Minijobber von vornherein in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert, kann sich aber auf Antrag davon befreien lassen.

Arbeitgeber, auch Privathaushalte, sind verpflichtet, das Gehalt ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Krankheitsfall und bei Mutterschaft weiter zu zahlen. Das stellt vor allem für kleine Betriebe und Privathaushalte oftmals erhebliche Belastungen dar. Diese Belastungen werden jedoch über das Ausgleichsverfahren - die sog. Arbeitgeberversicherung - verringert. Dazu müssen Arbeitgeber die Umlagen U1 und U2 sowie im gewerblichen Bereich die Umlage U3 an die Minijobzentrale abführen.

Bei geringfügiger Beschäftigung muss der Arbeitgeber stets die Pauschalabgabe zur Renten- und Krankenversicherung abführen. Dies gilt auch für Minijobber, die in der gesetzlichen Krankenversicherung freiwillig versichert sind. Die Frage ist, ob dann für diesen Mini-Verdienst auch noch eigene Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung zu zahlen sind. Die Antwort wird Sie freuen.

Eine geringfügige Beschäftigung bleibt für Sie als Arbeitnehmer steuer- und sozialversicherungsfrei. Hingegen muss der Arbeitgeber auf den Arbeitslohn Pauschalbeiträge abführen. Aufgrund dieser Pauschalbeiträge erwerben Sie in der Rentenversicherung nur minimale Ansprüche auf Altersrente. Sie haben jedochdie Möglichkeit, aus den Pauschalbeiträgen des Arbeitgebers vollwertige Pflichtbeiträge zu machen: Dazu müssen Sie den Pauschalbeitrag des Arbeitgebers aus eigenen Mitteln auf den normalen Beitragssatz in der Rentenversicherung aufstocken.

Es kommt häufig vor, dass Minijobber einen weiteren Minijob bei einem anderen Arbeitgeber ausüben, ohne dass beide Arbeitgeber davon Kenntnis haben. Wenn dann die Verdienstgrenze von 450 EUR im Monat überschritten wird, liegt keine "geringfügige Beschäftigung" mehr vor. Die Folge: Jeder Arbeitgeber muss "normale" Sozialabgaben an die zuständige Krankenkasse abführen, wobei die Beiträge jeweils zur Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu tragen sind.

Über 1,3 Millionen Arbeitnehmer üben einen Midijob aus. Das ist ein Beschäftigungsverhältnis mit einem Monatsverdienst zwischen 450 EUR und 850 EUR. Wegen Überschreitens der Minijob-Grenze von 450 EUR besteht Versicherungspflicht in der Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung. Doch in dieser sog. Gleitzone werden die Sozialabgaben nach einer besonderen Berechnungsformel ermittelt, nämlich von einer ermäßigten Bemessungsgrundlage. Diese Vergünstigung hat aber auch wieder ihren Preis: Sie ist sehr kompliziert zu berechnen.

In einem zweiten Beschäftigungsverhältnis mit Steuerklasse VI schlägt die Steuer rigoros zu: Schon ab dem ersten Euro wird Lohnsteuer fällig. Dies ist besonders bitter, wenn im ersten Beschäftigungsverhältnis mit der Steuerklasse I - V der Verdienst so gering ist, dass die steuerlichen Pausch- und Freibeträge nicht ausgeschöpft werden. Doch dies können Sie ändern: Nutzen Sie die verbleibenden Pausch- und Freibeträge aus dem ersten Beschäftigungsverhältnis beim zweiten Beschäftigungsverhältnis, indem Sie sich beim Finanzamt einen Freibetrag in Ihren ELStAM (elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen) eintragen lassen.

Neben Mini-, Midi-, Aushilfs- und Teilzeitjobs gibt es seit 2005 nun auch noch Zusatzjobs, besser bekannt als "Ein-Euro-Jobs" oder vornehm im Amtsdeutsch als "Arbeitsgelegenheiten". Hier erfahren Sie Einzelheiten zu diesen Ein-Euro-Jobs und deren steuerlichen Behandlung.

Hier finden Sie zahlreiche Vordrucke und Arbeitshilfen rund um die geringfügige Beschäftigung sowie um die Beschäftigung von Haushaltshilfen.

Seit Einführung der geringfügigen Beschäftigung im Jahre 2003 liegt die Minijob-Grenze bei 400 EUR und die Midijob-Grenze bei 800 EUR. In Anlehnung an die allgemeine Lohnentwicklung werden beide Grenzen ab 2013 um jeweils 50 EUR angehoben. Eine bürokratische Neuregelung gibt's bei der Rentenversicherung: Aus der bisherigen "Rentenversicherungsfreiheit mit Aufstockungsoption" wird eine "Rentenversicherungspflicht mit Befreiungsmöglichkeit".

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