Verdienst

 

In dieser Rubrik geht es um Einnahmen aus nichtselbstständiger Arbeit. Dabei gibt es viele Einkünfte und Bezüge, die steuerfrei oder steuerbegünstigt sind. Sie erfahren nachfolgend, mit welchen - zum Teil recht einfachen - steuerlichen Gestaltungen Sie mehr Netto vom Brutto erhalten. Auch haben Sie Zugriff auf zahreiche Tools und Vordrucke. Zum Beispiel:

Vordruck Progressionsvorbehalt bei steuerfreien Ersatzleistungen
Rechner: Programm zur Berechnung der Steuer auf Abfindungen und Arbeitslosengeld  (Programm von Parmentier)
Rechner: Programm zur Berechnung des Progressionsvorbehalts  
Vordruck: Berechnung der Einkommensteuer nach der Fünftelregelung 
Abfindung: Steuergünstige Verwendung 
Berechnung des Kurzarbeitergeldes 
Berechnung des Arbeitslosengeldes I
Antrag auf Befreiung von der Rentenversicherungspflicht
Erklärung zum Verzicht auf die Rentenversicherungsfreiheit

 

Die vorzeitige Beendigung des Arbeitsverhältnisses ist für die betroffenen Mitarbeiter meist sehr schmerzlich. Zur gütlichen Trennung werden sie daher häufig mit einem goldenen Handschlag verabschiedet und erhalten zum Ausgleich für den Verlust des Arbeitsplatzes eine Abfindung. Solche Zahlungen sind seit 2006 leider nicht mehr durch einen Steuerfreibetrag begünstigt, wohl aber noch durch die Fünftelregelung. Hier erfahren Sie interessante Einzelheiten rund um die Besteuerung der Abfindung.

Vordruck Progressionsvorbehalt bei steuerfreien Ersatzleistungen
Rechner: Programm zur Berechnung der Steuer auf Abfindungen und Arbeitslosengeld  (Programm von Parmentier)
Rechner: Programm zur Berechnung des Progressionsvorbehalts  
Vordruck: Berechnung der Einkommensteuer nach der Fünftelregelung

Abfindung: Steuergünstige Verwendung

Abfindungen, die nach dem 1.1.2006 vereinbart und ausgezahlt werden, sind nicht mehr durch Steuerfreibeträge begünstigt, sondern in voller Höhe steuerpflichtiger Arbeitslohn. Lediglich die Steuervergünstigung mittels Fünftelregelung kann eine geringfügige Linderung verschaffen. Also ist die Frage, wie ein meist recht hoher steuerpflichtiger Abfindungsbetrag möglichst steuergünstig verwendet werden kann.

Wer Arbeitslosengeld, Elterngeld, Mutterschaftsgeld, Krankengeld oder andere Sozialleistungen als Lohnersatz bezogen hat, kann seine Einkommensteuer nicht einfach nach der Steuerformel berechnen bzw. aus der Steuertabelle ablesen. Diese Leistungen sind zwar steuerfrei, und doch treiben sie den Steuersatz für das übrige steuerpflichtige Einkommen in die Höhe. So kassiert der Fiskus indirekt mit über den sog. "Progressionsvorbehalt" (§ 32b EStG).
Vordruck Progressionsvorbehalt bei steuerfreien Ersatzleistungen
Rechner: Programm zur Berechnung des Progressionsvorbehalts 

Für Arbeit an Sonn- und Feiertagen sowie in der Nacht werden häufig Zuschläge gezahlt - als Anreiz und als Ausgleich. Bei diesem Mehrverdienst hält sich sogar das Finanzamt zurück und belässt die Zuschläge in bestimmtem Umfang steuer- und sozialversicherungsfrei (§ 3b EStG).

Erhalten Sie eine Vergütung für mehrere Jahre zusammengeballt in einem Jahr ausgezahlt, frisst die Steuerprogression einen ganz beträchtlichen Teil davon auf. Erfreulicherweise gibt es aber in diesem Fall die Steuervergünstigung nach der Fünftelregelung.

Zum 1.1.2009 wurden die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Zeitwertkonten klarer als bisher gefasst und deutlich verbessert. Damit können Arbeitnehmer ihre Lebensarbeitszeit flexibler gestalten, beispielsweise abgesichert in den vorzeitigen Ruhestand gehen, eine Pflege- oder Elternzeit wahrnehmen, eine Teilzeitbeschäftigung ausüben oder eine berufliche Auszeit nehmen. Grundlage ist das "Gesetz zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Absicherung flexibler Arbeitszeitregelungen" (Flexi-II-Gesetz) vom 21.12.2008.

In Krankheits- und besonderen Notfällen kann der Arbeitgeber Ihnen eine steuer- und sozialversicherungsfreie Unterstützung gewähren. Auch bei Zuwendungen anlässlich der eigenen Hochzeit oder der Geburt eines Kindes ist der Fiskus gnädig. Sogar Erholungsbeihilfen vom Arbeitgeber sind steuerlich begünstigt.

Grundsätzlich schuldet der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer Bruttolohn. Es kann aber auch vereinbart werden, dass die vom Arbeitnehmer zu tragende Lohn- und Kirchensteuer sowie der Arbeitnehmeranteil am Gesamtsozialversicherungsbeitrag vom Arbeitgeber mit übernommen werden. Eine solche Vereinbarung über den Lohn, den der Mitarbeiter "auf die Hand bekommt", nennt man Nettolohnvereinbarung. Sie ist grundsätzlich zulässig und kann auch in Tarifverträgen vereinbart werden. Hier erfahren Sie dazu die Einzelheiten aus steuerlicher Sicht.

Die Arbeit aller Menschen ist wertzuschätzen. Wer Vollzeit arbeitet, sollte eigentlich von seiner Arbeit leben können. Insbesondere im Bereich einfacher Tätigkeiten werden jedoch oftmals unangemessen niedrige Löhne gezahlt. Deshalb wurde zum 1.1.2015 branchenunabhängig ein Mindestlohn von 8,50 EUR brutto pro Zeitstunde eingeführt. Grundlage ist das Tarifautonomiestärkungsgesetz vom 11.8.2014, besser bekannt als Mindestlohngesetz.

Leih- oder Zeitarbeitnehmer stehen nicht in einem Arbeitsverhältnis zum Entleiher, sondern zum Verleiher. Sie sind ohne feste Arbeitsstätte beim Arbeitgeber und werden gewöhnlich an wechselnden Tätigkeitsstätten eingesetzt. Oftmals sind sie in einem Betrieb für einen längeren Zeitraum tätig, um einen fest umrissenen Arbeitsauftrag auszuführen. Die Frage ist, ob eine solche Tätigkeit als Auswärtstätigkeit oder als Tätigkeit an einer regelmäßigen Arbeitsstätte anzusehen ist.

Anspruch auf Arbeitslosengeld haben Arbeitsuchende, die während der letzten zwei Jahre vor Eintritt der Arbeitslosigkeit mindestens 12 Monate in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis standen, sich persönlich bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet haben und eine neue Beschäftigung suchen.

Für Bezieher von Arbeitslosengeld II ist die Aufnahme einer Beschäftigung wenig motivierend, weil ein zu hoher Anteil des Hinzuverdienstes auf das Arbeitslosengeld II angerechnet wird und ein zu geringer Anteil in der eigenen Tasche verbleibt. Günstiger ist jetzt die Anrechnung von Aufwandsentschädigungen aus ehrenamtlichen Tätigkeiten.

Hier berichten wir von einem strittigen und schwierigen Thema mit hoher praktischer Relevanz: Wird ein Arbeitsverhältnis gegen Zahlung einer Abfindung beendet, bekommt der entlassene Arbeitnehmer häufig im selben Jahr Arbeitslosengeld. In der Steuerveranlagung dieses Jahres aber wird es dann richtig kompliziert, denn die steuerpflichtige Abfindung wird nach der Fünftelregelung ermäßigt besteuert (§ 34 EStG), während das steuerfreie Arbeitslosengeld steuererhöhend in den Progressionsvorbehalt einbezogen wird (§ 32b EStG). Besonders knifflig wird es, wenn die Abfindung höher ist als das übrige Einkommen. Doch jetzt gibt es eine neue Berechnungsweise für die Steuer.

Wenn ein Betrieb zahlungsunfähig wird und ein Insolvenzverfahren über den Betrieb eröffnet wird, zahlt die Bundesagentur für Arbeit für einen bestimmten Zeitraum den ausfallenden Arbeitslohn, sog. Insolvenzgeld. Die Mittel hierfür bringen alle Arbeitgeber im Wege einer Umlage auf, sog. Insolvenzgeldumlage.

Berufstätige Frauen sind während des Mutterschutzes von der Arbeit freigestellt. Die Mutterschutzfrist beginnt sechs Wochen vor der Entbindung und endet im Normalfall acht Wochen - bei Früh- und Mehrlingsgeburten zwölf Wochen - nach der Entbindung. Mit Beginn der Schutzfrist wird die Zahlung des Arbeitslohns eingestellt, doch es besteht Anspruch auf Mutterschaftsgeld von der Krankenkasse oder vom Bundesversicherungsamt sowie auf einen Zuschuss zum Mutterschaftsgeld vom Arbeitgeber (§§ 13, 14 MuSchG).

Durch das Saison-Kurzarbeitergeld sind Beschäftigte des Baugewerbes und des Baunebengewerbes in der Schlechtwetterzeit - vom 1. Dezember bis 31. März - begünstigt. Damit soll erreicht werden, dass die von Arbeitslosigkeit bedrohten Arbeitnehmer im Winter beschäftigt bleiben. Zusätzlich gibt es verschiedene Zusatzleistungen, die im Wege einer Umlage finanziert werden. Die Arbeitnehmerbeiträge zu dieser Winterbeschäftigungsumlage sind als Werbungskosten abziehbar.

Weil sich immer weniger Notärzte finden, ermöglicht die Bundesregierung einen besonderen Anreiz: Wer den Job nebenher ausübt, soll keine Sozialbeiträge mehr zahlen müssen. Die Neuregelung gilt für neue Vereinbarungen ab dem 11.4.2017. Grundlage ist das "Gesetz zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung (HHVG)" vom 4.4.2017.

Rund 75.000 Zeitsoldaten, die ihren Dienst bei der Bundeswehr vor dem 1.1.2006 angetreten haben und am Ende ihrer Dienstzeit Übergangsbeihilfen erhalten, profitieren weiterhin von einer alten Vergünstigung: von einem Steuerfreibetrag in Höhe von 10.800 EUR.

Konjunkturelles Kurzarbeitergeld wird gewährt, wenn in Betrieben oder Betriebsabteilungen die regelmäßige betriebsübliche wöchentliche Arbeitszeit infolge wirtschaftlicher Ursachen oder eines unabwendbaren Ereignisses vorübergehend verkürzt wird. In dieser Situation hilft Kurzarbeit, Entlassungen zu vermeiden. Für die Mitarbeiter bedeutet Kurzarbeit: Weniger Arbeit, aber auch weniger Lohn. Und dieser Lohnausfall wird größtenteils durch das Kurzarbeitergeld ausgeglichen. Hier erfahren Sie alles, was Arbeitnehmer zum Kurzarbeitergeld wissen wollen...

Versicherungsbeiträge zu einer privaten Unfallversicherung sind grundsätzlich als Sonderausgaben absetzbar. Da aber die Abzugsmöglichkeiten hier nur sehr begrenzt sind, wäre es reizvoll, die Beiträge als Werbungskosten geltend zu machen. Tatsächlich ist dies möglich. Für Unfallversicherungen, die der Arbeitgeber für seine Mitarbeiter abgeschlossen hat, gelten ab 2009 neue Steuerregeln für die eingezahlten Beiträge und die Versicherungsleistungen im Versicherungsfall.

Mit Erhalt der Kündigung sinkt die Arbeitsmotivation rapide und die Arbeitsbereitschaft lässt nach. Auch dem Arbeitgeber macht ein demotivierter Mitarbeiter keine wirkliche Freude mehr. Also wird häufig - besonders in Vertrauens- und Leitungspositionen - der sanfte Weg gewählt, den Mitarbeiter bis zum Ende des regulären Arbeitsverhältnisses unter Fortzahlung seiner Bezüge von der Arbeit freizustellen. Neben dieser "Freistellung nach Kündigung" gibt es weitere Fälle der Freistellung mit Gehaltsfortzahlung, in denen das Arbeitsverhältnis weiter fortbesteht.

Altersteilzeit bedeutet den gleitenden Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand durch eine Reduzierung der Arbeitszeit oder die vorzeitige Beendigung der aktiven Tätigkeit. In der Altersteilzeit werden die Arbeitszeit und der Arbeitslohn halbiert, doch den halbierten Arbeitslohn stockt der Arbeitgeber auf - oftmals auf über 80 Prozent. Und auch der Fiskus beteiligt sich an der Förderung der Altersteilzeitarbeit. Diese Förderung bleibt auch bei Vereinbarungen ab 2010 erhalten.

Im Rahmen des betrieblichen Vorschlagswesens wurden 1999 über 1,1 Millionen Verbesserungsvorschläge gemacht, wofür die Unternehmen 330 Millionen DM Prämiengelder gezahlt haben. Auch für Erfindungen gibt es ansehnliche Vergütungen. Wie aber werden solche Zahlungen steuerlich behandelt?

Wer als Ausscheider, Ansteckungsverdächtiger, Krankheitsverdächtiger oder als sonstiger Träger von Krankheitserregern aufgrund des Infektionsschutzgesetzes Verboten in der Ausübung seiner bisherigen Erwerbstätigkeit unterliegt oder unterworfen wird und dadurch einen Verdienstausfall erleidet, erhält nach § 56 Infektionsschutzgesetz eine Entschädigung.

Nebentätigkeiten, mit denen Sie auf Dauer Verluste einfahren, möchte das Finanzamt als "Liebhaberei" werten und deshalb steuerlich am liebsten nicht berücksichtigen. Doch in bestimmten Fällen können Sie die Aufwendungen als Werbungskosten bei Ihrem Hauptberuf absetzen.

Seit dem 1.4.1999 haben Abfindungen nur dann eine Auswirkung auf das Arbeitslosengeld, wenn der Arbeitgeber die ordentliche Kündigungsfrist nicht eingehalten hat (§ 143a SGB III).

Anders als eine "Abfindung wegen Auflösung des Arbeitsverhältnisses" ist steuerlich eine "Abfindung wegen Aufgabe oder Nichtausübung einer Tätigkeit" zu beurteilen.

Mit 55 Jahren gleitend in den Ruhestand treten - das ermöglicht das Altersteilzeitgesetz. Arbeitszeit und Arbeitslohn werden halbiert, doch den halbierten Arbeitslohn stockt der Arbeitgeber mit Unterstützung der Arbeitsagentur auf. Mit dem Dritten Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt (Hartz III) wurden die Regelungen zur Altersteilzeit ab 1.7.2004 in etlichen Punkten geändert.

Mit der neuen Familienpflegezeit von bis zu zwei Jahren soll die Vereinbarkeit von familiärer Pflege und Beruf verbessert werden. Für die Pflege eines Angehörigen kann die Arbeitszeit reduziert werden, ohne dass in gleichem Umfang Gehaltseinbußen entstehen. Die Gehaltsaufstockung - die eigentliche Förderung - wird vom Arbeitgeber vorfinanziert, vom Staat durch zinsloses Darlehen refinanziert und letztlich vom Arbeitnehmer abgearbeitet. Nachteil des Gesetzes ist, dass auf Familienpflegezeit kein Rechtsanspruch besteht, sondern diese allein vom Wohlwollen des Chefs abhängig ist.

Logo
In Steuerfragen gut beraten!
Jetzt Mitglied werden und Steuern sparen!