Behinderung und Pflege

Sind Sie oder ein Angehöriger behindert oder pflegebedürftig, so entstehen Ihnen dadurch mitunter enorme Kosten. In den nachfolgenden Beiträgen erhalten Sie einen umfassenden Überblick über die steuerlichen Abzugsmöglichkeiten. Vordruck: Aufwendungen für Heimunterbringung eines Angehörigen ab 2010 (PDF)

Fast jeder Zehnte (9,4 Prozent) in Deutschland ist schwerbehindert mit einem Grad der Behinderung von 50 und mehr. Das sind rund 7,5 Millionen Menschen (Ende 2013). Eine Behinderung bringt nicht nur vielerlei Beschwerden mit sich, sondern verursacht auch erhebliche Mehraufwendungen. Als kleiner Ausgleich für die Belastungen stehen behinderten Menschen eine ganze Reihe von Steuervergünstigungen zu. Hier sehen Sie im Überblick, welche Steuervorteile bei Behinderung in Betracht kommen.

Wer behindert ist, hat entsprechend seinem Grad der Behinderung (GdB) Anspruch auf einen steuerlichen Behinderten-Pauschbetrag (§ 33b EStG). Hier erfahren Sie alles Nötige zu dieser wichtigen Steuervergünstigung.

Pflegebedürftig sind Menschen, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung in erheblichem Umfang Unterstützung bei den Verrichtungen des täglichen Lebens benötigen. Pflegebedürftigkeit ist ein hartes Schicksal. Damit verbunden sind auch erhebliche finanzielle Belastungen. Wenigstens hierfür gibt es einige steuerliche Entlastungen. Informieren Sie sich, wie Ihnen das Finanzamt hilft.

Von den über 2,5 Millionen Pflegebedürftigen werden 1,85 Millionen zu Hause versorgt (2016). Die Betreuung dieser Personen erfolgt zu zwei Drittel durch Angehörige und darüber hinaus durch ambulante Pflegedienste. Doch wie werden die Pflegeleistungen steuerlich behandelt und welche sonstigen Vorteile gibt es für die Pflegepersonen?

Für ein behindertes Kind haben Sie auch über das 18. Lebensjahr und sogar über das 25. Lebensjahr hinaus zeitlich unbegrenzt Anspruch auf Kindergeld und die steuerlichen Freibeträge und Steuervergünstigungen, wenn das Kind wegen seiner Behinderung "außerstande ist, sich selbst zu unterhalten". Allerdings muss die Behinderung vor dem 25. Lebensjahr eingetreten sein (§ 32 Abs. 4 Nr. 3 EStG).

Mehr als 1,8 Millionen pflegebedürftige Menschen werden zu Hause von ihren Angehörigen mit Unterstützung von ambulanten Diensten betreut und versorgt. Hinzu kommen rund 2,5 Millionen Hilfebedürftige, die regelmäßig häusliche Betreuung und Unterstützung benötigen, aber keine Leistungen aus der Pflegeversicherung erhalten. Dieser aufopferungsvolle Pflegedienst verdient höchste Anerkennung. Für die vielfältigen finanziellen Belastungen gibt es erfreulicherweise einige Steuererleichterungen. Informieren Sie sich hier, was Sie steuerlich alles absetzen können.

Familien, die pflegebedürftige Angehörige zu Hause betreuen, müssen eine schwierige Lebenssituation meistern. Häufig besteht in diesen Haushalten ein dringender Bedarf an Haushaltshilfen zur Unterstützung der Pflegenden, damit die Pflegebedürftigen weiter in ihrer gewohnten Umgebung leben können und so ein Heimaufenthalt vermieden werden kann. Zu diesem Zweck dürfen Haushaltshilfen aus osteuropäischen Staaten beschäftigt werden.

Ist ein naher Angehöriger wegen Pflegebedürftigkeit in einem Pflegeheim, wegen Behinderung in einem Behindertenheim oder wegen Alters in einem Altenheim untergebracht, reicht das eigene Einkommen häufig nicht aus, um die Heimkosten zu bezahlen. Oftmals müssen dann die Kinder für die Eltern zahlen. Sofern Sie die Eltern finanziell unterstützen (müssen), möchten Sie wissen, ob und wie Sie den Fiskus daran beteiligen können.

Müssen Sie, Ihr Ehegatte oder ein Kind wegen Krankheit, Behinderung oder Pflegebedürftigkeit in ein Heim oder wegen Alters in ein Altenheim umziehen, wird das Leben erheblich teurer als bisher. Bei der steuerlichen Entlastung macht das Finanzamt allerdings einen großen Unterschied zwischen Pflegeheim und Altenheim.

Behinderte sind aufgrund ihrer Behinderung meist erheblich in ihrer Bewegungsfähigkeit beeinträchtigt. Hier erfahren Sie, was Sie zusätzlich zum Behinderten-Pauschbetrag alles für Fahrten und für Ihr Auto steuerlich absetzen können.

Wenn ein Familienmitglied von einer Behinderung betroffen ist, werden oftmals erhebliche Umbaumaßnahmen in der Wohnung oder am Eigenheim erforderlich, um dem Behinderten trotz gesundheitlicher Einschränkungen weiterhin ein Leben in seiner gewohnten Umgebung zu ermöglichen und ihm den Umzug in ein Pflegeheim zu ersparen. Nach neuer Rechtslage sind nicht nur behindertengerechte Umbaumaßnahmen am bestehenden Gebäude steuerlich absetzbar, sondern auch behinderungsbedingte Mehrkosten beim Neubau eines Hauses. Hier erfahren Sie, wie Sie das Finanzamt in schwieriger Lage an den Kosten beteiligen können.

Da Sie für ein behindertes Kind zeitlich unbegrenzt Kindergeld oder einen Kinder- und Betreuungsfreibetrag erhalten, haben Sie ebenfalls Anspruch auf alle kindbedingten Steuervorteile, die daran anknüpfen. Ferner stehen Ihnen eine ganze Reihe weiterer Steuervergünstigungen zu.

Wer eine pflegebedürftige Person betreut, kann den Pflege-Pauschbetrag in Höhe von 924 EUR steuerlich geltend machen, "wenn er dafür keine Einnahmen erhält" (§ 33b Abs. 6 EStG). Was aber gilt, wenn die Pflegeperson das Pflegegeld vom Pflegebedürftigen erhält?

Bei Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) wird ein Grad der Behinderung (GdB) zuerkannt - im Allgemeinen unter 50. Doch in vielen Fällen kann ein GdB von 50 erreicht werden. Und damit besteht Anspruch auf höhere Steuervorteile.

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