Steuertipp der Woche Nr. 246: Schädliche Verknüpfung von Grundstücks- und Bauvertrag

Beim Erwerb einer Immobilie verlangt der Fiskus auf den Kaufpreis Grunderwerbsteuer von bis zu 6,5 Prozent. Diese entrichtet regelmäßig der Erwerber. Grunderwerbsteuer wird auch fällig, wenn Sie ein Grundstück von einem Bauunternehmen kaufen und sich von diesem ein Haus darauf errichten lassen oder gleich ein schlüsselfertiges Eigenheim erwerben - und zwar auf den Gesamtpreis! Dies ergibt sich aus § 8 Abs. 2 Satz 2 des Grunderwerbsteuergesetzes. Der Bau eines Hauses kann sich also erheblich verteuern. Experten sprechen hier von der Steuerfalle "einheitliches Vertragswerk" oder "einheitlicher Erwerbsgegenstand". Zwar ist diese Steuerfalle schon oft kritisiert worden, doch der Bundesfinanzhof erteilt ihr nach wie vor den Segen. Was vielfach nicht beachtet wird: Für die Annahme eines einheitlichen Vertragswerks reicht bereits ein mittelbarer Zusammenhang zwischen Grundstückskauf- und Bauvertrag. Selbst bei einer recht losen Verknüpfung kann also Grunderwerbsteuer sowohl auf den Kaufpreis für das unbebaute Grundstück als auch auf den Baupreis für das Haus entstehen.
Weiterlesen ...