Wer das Baukindergeld beantragt, muss gegenüber der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) den Nachweis über sein Haushaltseinkommen führen. Dazu müssen die Einkommensteuerbescheide des zweiten und dritten Kalenderjahres vor Antragseingang des Antragstellers und - sofern vorhanden - des im Haushalt lebenden Ehe- oder Lebenspartners oder Partners aus eheähnlichen Gemeinschaften vorgelegt werden. Bei Antragseingang in 2018 sind die Einkommensteuerbescheide aus den Jahren 2015 und 2016 einzureichen, bei Eingang in 2019 mithin mithin die Bescheide der Jahre 2016 und 2017.

Offenbar mehren sich nun die Fälle, in denen das neue Baukindergeld beantragt wird, die Eigentümer der Immobilie in den vergangenen Jahren aber gar nicht veranlagt worden sind und daher keine Steuerbescheide vorweisen können. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn die Antragsteller in der Vergangenheit im Ausland gewohnt haben. Das ist misslich, denn die KfW pocht auf die Bescheide. Doch was tun?

Relativ einfach zu lösen sind die Fälle, in denen eine Veranlagung zur Einkommensteuer mangels Antrags unterblieben ist, die Steuerbürger also zur Abgabe einer Steuererklärung nicht verpflichtet waren. Hier kann nun für die alten Jahre eine Veranlagung beantragt werden. Sobald die Steuerbescheide vorliegen, können diese der KfW zur Verfügung gestellt werden.

Was aber, wenn die Immobilienbesitzer weder beschränkt noch unbeschränkt einkommensteuerpflichtig waren, weil sie etwa in den Jahren 2015 und 2016 im Ausland gewohnt haben und auch kein Einkommen in Deutschland erzielt haben? In diesen Fällen kann eigentlich selbst auf Antrag keine Veranlagung zur Einkommensteuer durchgeführt werden, denn es hat weder eine beschränkte oder noch eine unbeschränkte Steuerpflicht vorgelegen. Eine Bescheinigung des Finanzamts, dass eine Person steuerlich geführt wird bzw. in den betroffenen Jahren nicht geführt worden ist, wird der KfW nicht ausreichen. Die Finanzverwaltung hüllt sich zu dem Problem - soweit ersichtlich - bislang in Schweigen.

STEUERRAT:  Nach Informationen von Steuerrat24 werden die Fälle zunächst "gesammelt", allerdings soll eine Abstimmung mit der KfW alsbald erfolgen. Betroffene sollten beim Finanzamt unseres Erachtens die Erteilung einer Bescheinigung über die Höhe ihres Einkommens für die Jahre 2015 und 2016 bzw. 2016 und 2017 beantragen und diesen Antrag der KfW unter Darstellung des Sachverhalts in Kopie zuleiten. Verweisen Sie darauf, dass sich die KfW und das Finanzamt - gegebenenfalls über die zuständige Oberfinanzdirektion - über die weitere Handhabung verständigen mögen.

Ausführliche Informationen: Eigenheim-Förderung: Das neue Baukindergeld

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