Seit einigen Wochen werden medizinische Masken, also sogenannte OP-Masken oder auch Masken der Standards KN95/N95 oder FFP2, in vielen Bereichen des täglichen Lebens vorgeschrieben oder zumindest empfohlen. Dabei sind gerade die FFP2-Masken recht teuer. Wer diese täglich mehrere Stunden tragen und dementsprechend häufig ersetzen muss, dürfte jeden Monat Kosten von 50 EUR oder mehr aufwenden. Werden die Masken vom Arbeitgeber betrieblich bedingt gestellt, ist klar, dass die Kosten bei ihm zu Betriebsausgaben führen und beim Arbeitnehmer keinen geldwerten Vorteil darstellen. Denn die Gestellung erfolgt im überwiegend eigenbetrieblichen Interesse des Arbeitgebers. Doch wie sieht es steuerlich aus, wenn der Mitarbeiter den Mund-Nase-Schutz jeweils selbst erwirbt? Liegen dann Werbungskosten vor? Oder kommt zumindest ein Abzug als außergewöhnliche Belastung in Betracht?

1. Abzug als Werbungskosten?

Stellt man auf die allgemeinen Grundsätze des Steuerrechts und der Geltendmachung von Werbungskosten ab, muss leider festgehalten werden, dass der Aufwand für die Masken bei Arbeitnehmern nicht zu Werbungskosten führt. Die Masken können auch privat genutzt werden, zum Beispiel beim Einkauf im Supermarkt. Und mangels eines geeigneten Aufteilungsmaßstabs zwischen beruflicher und privater Verwendung wären die Kosten komplett dem Privatbereich zuzuordnen und damit steuerlich irrelevant (§ 12 Nr. 1 EStG).

Soweit der Grundsatz. Tatsächlich ist aus heutiger Sicht kaum vorstellbar, dass die Finanzverwaltung hier eine harte Linie dauerhaft beibehalten kann und so sollten die entsprechenden Kosten - eventuell unter Abzug eines Privatanteils von 20 Prozent - als Werbungskosten geltend gemacht werden. Natürlich wirken sich die Kosten erst aus, wenn zusammen mit den anderen Werbungskosten die Grenze von 1.000 EUR (Arbeitnehmer-Pauschbetrag) überschritten wird.

2. Abzug als außergewöhnliche Belastung?

Ausgaben für einen Mund-Nase-Schutz und besondere Hygienemaßnahme sind nach unserem Dafürhalten als außergewöhnliche Belastungen nach § 33 EStG zu werten, wenn sie schon nicht als Werbungskosten berücksichtigt werden können. Damit wären (auch) die Kosten für privat genutzte Masken abziehbar, wobei eine zumutbare Eigenbelastung gegenzurechnen wäre.

Unser Argument: Wer sich in den vergangenen Monaten in ein Krankenhaus begeben musste und als Privatversicherter die Rechnung erhalten hat, wird feststellen, dass mitunter ein "Zuschlag für besondere Hygienemaßnahmen" berechnet worden ist. Wenn also bereits die Krankenhäuser von besonderen, also außergewöhnlichen Aufwendungen sprechen, warum soll das dann nicht für die Patienten bzw. Steuerbürger gelten? Machen Sie daher (auch) die Kosten für privat genutzte Masken geltend. Das Gesagte gilt übrigens gleichermaßen für die selbst getragenen Kosten von Coronatests.

Bei Steuerzahlern, denen einen Behinderten-Pauschbetrag gewährt wird, sind die Aufwendungen für Masken unseres Erachtens auch nicht mit dem Pauschbetrag (§ 33b EStG) abgegolten. Vielmehr handelt es sich um besondere behinderungsbedingten Aufwendungen, die zusätzlich zu berücksichtigen sind.

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